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Dienstag, der 26. Januar 2010

Auf Schusters Rappen

Vor einem knappen Jahr sind meine alten Wanderschuhe auseinandergefallen. Der letzte artgerechte Einsatz lag schon Monate zurück. Also nutzte ich das postweihnachtliche Haushaltshoch für die längst überfällige Investition in ein paar anständige Volllederstiefel. Die wollten freilich zeitnah eingeweiht werden und so fuhr ich schon letzten Sonntag mit Max in die Schrammsteine.
Dank starker Winde und Schnee in der Luft war es eine eher ungemütliche und ob der Schneevorkommen am Boden recht mühsehlige Tour. Bilder wurden nicht viele geschossen, hier eins vom Schrammsteinweg:

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Nun verging eine Woche und die Bedingungen in den stadtnahen Wäldern wurden nicht besser. Ohne Spikes und/oder überbreite Reifen war und ist an Biken nicht zu denken. Trotzdem musste ich irgendwie raus und entschied mich, direkt nochmal das Elbsandsteingebirge zu besuchen.
Mangels Begleitung konnte ich mich nicht so recht für einen frühen Start motivieren und entschied mich für eine kürzere Route. Gute Gelegenheit sich mal wieder den westlicheren Tafelbergen auf linkselbischer Seite zu widmen.
Das Wetter war deutlich besser als eine Woche zuvor, also ab in den Zug nach Rathen!

Der Aufstieg zum Rauenstein war zügig erledigt. Etwa eine Dreiviertelstunde nachdem ich aus der S-Bahn gestiegen war, hatte ich den Gipfel schon erreicht.

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Vom Gipfelplateau (wenn man bei der Zerklüftung noch von Plateau reden kann) konnte man prima die geplante Restroute erpeilen. Im Bilde rechts sieht man den größe Bärenstein, das zweite Gipfelziel des Tages.

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Nach dem Abstieg (naja, wirklich unten wars auch noch nich) war am Pudelstein eine Rast fällig. Streuselschnecke und Kakaotrunk.

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Nach Durchschreiten des Tals am Fuße des großen Bärensteins angelangt, konnte ich mir einen kurzen Abstecher zu einer speziellen Bank, an die ich mich erinnerte, nicht verkneifen.

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Und dann galt es, den Aufstieg durch die gefürchtete Todesstiege of Death zu bewältigen.

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Die Riegelhofstiege war vor gut acht Jahren die erste Stiege überhaupt, die ich beging. Ich war neu in Sachsen und mit einem Komilitonen unterwegs zum Bärenstein. Ahnungsloserweise hatten wir uns den Pfad durch den Riegelhof auf der Karte schon für den Aufstieg ausgesucht, den Zugang allerdings nicht gefunden. Wir gingen damals den flachen Hauptweg zum Gipfel hinauf und stiegen am späten Nachmittag in etwas Zeitnot durch den Riegelhof ab.
Heute kenne ich diverse Steiganlagen verschiedenster Schwierigkeitsgrade und Ausbaustufen im Elbsandstein. Umso mehr weiß ich die Riegelhofstiege zu schätzen. Relativ unbekannt ist sie vergleichsweise naturbelassen. Es gibt keine Eisenklammern, nur in den Stein gehauene Tritte und am Einstieg ein paar Holzbohlen. Die Schwierigkeit ist mittleren Grades. Nicht vergleichbar mit der Rübezahlstiege oder gar dem Botenweg am Pfaffenstein, aber man sollte schon trittsicher sein und mit den Händen zupacken können. Genau das Richtige für den Winter. Schnee und Eis auf den Tritten machen die Angelegenheit noch ein wenig kniffliger und fordernder.
Der Einstieg erfolgt durch einen kleinen abgedeckelten Kamin, im Bild oben das dunkle Loch.
Oben rausgekrochen hat man den ersten Teil schon fast absolviert und schaut zurück hinunter.

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Der Blick auf den oberen Teil verdeutlicht die Naturbelassenheit.

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Dank langer Extremitäten hatte ich auch den Abschnitt schnell ohne größere Probleme absolviert.

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Am Gipfel wurde ich mit den Blick zurück aufs zuvor durchschrittene Tal und den Rauenstein belohnt.

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Der anschließende Abstieg nach Wehlen musste zügigen Schrittes absolviert werden, der S-Bahn-Fahrplan wollte es so. Bergab und vor allem auf zertrampeltem Schnee mitunter im Laufschritt hinabzustürmen war zwar nicht ganz schmerzfrei, aber ich erreichte den Zug auf die Minute und konnte mich zufrieden zur Heimfahrt niederlassen.

Ein schöner Tag.

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